Die “österreichischen” Privaten

Na? Habt ihr das schonmal irgendwo gehört? “Ihre österreichischen Privatsender” – kommt bekannt vor, nicht? Tja, leider.

Was ist da jetzt so schlecht daran?

So ziemlich Alles!

ProSieben, Sat.1, Kabel 1, RTL, RTL2, Super RTL und VOX sind verdammt nochmal DEUTSCHE TV-Sender. Keine Österreichischen. Warum werden Sie dann zu österreichischen TV-Sendern gemacht hierzulande? Nun, ganz einfach. Man nehme das Programm von z.B. SAT1 Deutschland, ändere ein paar klitzekleine Kleinigkeiten und nenne den Sender fortan SAT1 Österreich. Schon kann man ein und das selbe Programm mehrfach “verkaufen”

Ihr wisst doch noch, wie Firmen funktionieren, oder? Eine Firma stellt ein Produkt her und verkauft dieses an Kunden. Die Firma ist der TV-Sender. Der Kunde, der für das Produkt bezahlt, sind die Werbekunden… Jetzt fragt ihr euch: “Und wo bleibt der Zuschauer?”

Der Zuschauer ist DAS PRODUKT! 

IHR seid nicht die Kunden der Fernsehsender. Ihr seid nur das Stimmvieh. Je mehr von euch (ja, UNS) zusehen, umso teurer kann der Sender sein Programm an die Werbekunden verkaufen

Jetzt war das in ferner Vergangenheit so, dass es kein SAT1 Österreich gab. Man hat in Österreich einfach “SAT.1” geschaut. Mit deutscher Werbung und deutschen Moderatoren. Genau das gleiche Programm wie 80 Millionen Deutsche auch. Mit dem einzigen Unterschied, dass KEIN deutscher Werbekunde für die 8 Millionen Österreichische Zuschauer bezahlen musste, weil es die Produkte meistens in Österreich eh nicht gab, oder man einfach nur Verträge für Deutschland hatte.

Also haben damals die Privatsender eigene Österreich-Ableger gegründet. Die Werbeblöcke wurden in Österreich einfach noch einmal verkauft, aber diesmal nur an österreichische Werbekunden.

Dabei bleibts aber nicht. Werbung passiert im TV ja nicht nur in Werbeblöcken. Nein. Ganze Sendungen werden verkauft. Zum Beispiel (damals, heute nicht mehr) das Auto- und Motorsport-Magazin am Sonntag Nachmittag auf Sat.1

Während in Deutschland sowas Ähnliches wie “auto motor sport – tv” lief, war es in Österreich “GO! Das Motormagazin” (dieses läuft mittlerweile eher unregelmässig, aber statt einer anderen Sendung einmal die Woche nachmittags) – warum? Weil “auto motor sport” nicht für die Ausstrahlung in Österreich bezahlt. Noch krasser ist es Montags bis Freitags auf Sat1 in der Früh: In Deutschland: Frühstücksfernsehen – 3,5h Live-Programm – in Österreich: 0,5h Nachrichten + Talk, 7 mal wiederholt (zumindest war das mal so) – “Cafe Puls”

Wenn man Freunde im Internet hat, und sich mal mit denen zum gemeinsamen Fernsehen verabredet hat, wird man oft entsetzt feststellen, dass diese in 99% der Fälle bis zu 5 Minuten VOR einem selbst das entsprechende Programm sehen können. Warum? Weil österreichische Werbeblöcke länger dauern, oder eingeschobene Sendungen nicht exakt so lang sind, wie ihre deutschen Counterparts. Im laufe des Tages verzögert sich die österreich-Ausstrahlung der Fernsehsender dann um einige Minuten. So kann es passieren, dass man auf Twitter bereits den Gewinner von “Schlag den Raab” nachlesen kann, während das letzte Spiel in Österreich noch gar nicht begonnen hat.

Einfache Lösung: Schau doch einfach die deutschen Privatsender! Tja, wenns so einfach wäre. Die deutschen Privaten wird man als Österreicher nicht mehr lange sehen können. Es wird alles dafür vorbereitet, dass die deutschen Privaten “grundverschlüsselt” werden, und nur mehr Deutsche mit deutschem Wohnsitz werden eine Karte zum Entschlüsseln bekommen – Dann isses vorbei. Es gibt nämlich kaum ein Kabelnetz in Österreich, welches die deutschen Versionen führt.

Das liegt übrigens wieder an den Werbeverträgen. Die TV-Sender zahlen einer UPC oder Kabsi dafür bares Geld, wenn Sie die deutschen Versionen nicht weiter ins Kabelnetz einspeisen. Und wer wird sich das schon durch die Lappen gehen lassen?

Kurzum: In Österreich bekommen wir nur mehr TV-Sender zweiter Klasse. Mit ausgewechselten Sendungen, anderen Werbespots, verschobenem Programm (kaum eine Sendung beginnt wirklich um 20:15 – meist wirds 20:18, 20:20) und billigem Selbstmarketing.

So, macht man sich bei mir nicht beliebt.

Leave a Reply

Your email address will not be published.