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Smarte Preisschilder im Supermarkt – Zu viel Smartness?

(CC BY 3.0 AT) Adam L. / derad.amWillkommen im 21. Jahrhundert, lieber Supermarkt ums Eck. Endlich passiert hier mal etwas. Man wird modern. RFID hat ja schon – für den Kunden ziemlich unbemerkt – Einzug gehalten in die Regale und Paletten in jedem Supermarkt. Aber jetzt, jetzt kommt eine für den Kunden sehr sichtbare Variante von Technologie zum Einsatz.

“Smart Tags” – also etwa “Smarte Etiketten” – oder einfach elektronische Preisschildchen. Wie sehen die aus? Bestimmt total futuristisch? Nö.

Das gräulichere Feld rechts unten ist in wirklichkeit ein e-Paper Display. Die gleiche Technologie, die in eBook-Readern wie zB dem Amazon Kindle vorkommt.

Der Vorteil für den Supermarkt hier: ganz klar… Es spart Zeit und Geld. Bisherige Preisänderungen wurden von der Zentrale an die Filialen geschickt, dort auf einem Drucker ausgedruckt und dann ist jemand durch die Filiale gelaufen und hat die neuen Preisschildchen gesteckt. Bei “Price-Matching” Angeboten, teilweise mehrmals am Tag, weil immer wieder ein anderer Konkurrent einen neuen Preis eingeführt hat.

Mit Smart Tags reicht es, wenn in der Zentrale jemand ein Paar Tasten drückt und schwupps haben die Taschentücher einen neuen Preis.

Das ist dann auch gleich mein Kritikpunkt daran. Wenn die Zeitverzögerung beim Preis-Wechsel von einigen Stunden auf Sekunden schrumpft, werden wir bald einen Synergie-Effekt von Mini-Supermärkten in Tankstellen spüren können. Aber einen negativen. Ähnlich wie beim Spritpreis, werden dann auch im Laden die Preise Uhrzeitabhängig angepasst werden können und zwar von der Zentrale aus, wie man in dieser kurzen Twitter-Konversation sehen kann.

 

Und weil es – im gegensatz zu Tankstellen – keine Regulierung gibt, die eine Preiserhöhung nur einmal am Tag gestattet, kann sich das folgende Szenario so ganz gut abspielen:

 

[box] Morgens 7 Uhr – Milch kostet €1,29 pro Liter – Viele Büroangestellte holen in der Früh frische Milch für die Kaffeemaschine auf der Arbeit. Manche Frühstücker kaufen sich auch noch welche, fürs Müsli und Mütter, für die Kinder.

Mittags 12 Uhr – der Preis wird auf 99 Cent gesenkt. (Der Morning-Run ist vorbei)

Nachmittags: Ab 16 Uhr – Frischmilch kostet 89 Cent – Der günstigste Preis weil statistisch die wenigsten da Milch kaufen. (frei erfundene Statistik)[/box]

 

Selbstverständlich ist das ein Szenario von vielen und es muss auch gar nicht so weit kommen, aber es war das Erste, was mir in den Sinn gekommen ist, als ich diese Preisschilder sah. Vielleicht bleibts auch nur bei den “Bestpreis-Angeboten” – vielleicht verschwindets auch komplett wieder. Aber wenn nicht, dann wird das Preisvergleichen im Supermarkt nochmal um ein ganzes Eckhaus komplizierter werden.

Die bei Billa verwendeten Preisschilder sind übrigens von einer Grazer Firma – http://www.imagotag.at/ – Leider gibt ihre Webseite nicht viele Infos her.

Bleibt nur zu hoffen, dass Ich künftig beim Einkaufen nicht auch noch die Uhrzeit berücksichtigen muss.

 

 

Los, wir schreiben “Fairtrade” drauf

“… und machens gleich teurer.” So, oder so ähnlich muss es vor etwa einem halben Jahr in der Firmenzentrale der Bäckerei Ströck zugegangen sein.

Damals wurde der “grosse” Cafe Latte nämlich von € 2,90 auf € 3,00 angehoben. Die einzige sichtbare Änderung waren plötzlich überall kleine Hinweise darauf, dass es sich hierbei um “Fairtrade” Kaffee handelt.

“Na toll”, habe ich mir damals gedacht, “wieder eine Bude, die dieser schwindlichen Organisation Geld in den Rachen steckt”.

Fairtrade ist doch nichts weiter als eine “Gewerkschaft”, die für mich als Konsument dafür sorgt, dass Güter einfach nur TEURER werden, aber nicht etwa besser oder mehr.

Ganz ehrlich? Fairtrade wurde erfunden, damit sich große Konzerne etwas in ihren “Nachhaltigkeitsbericht” schreiben können und damit irgendwelche Kriterien für Förderungen oder sonstige staatliche Zuwendungen erhalten können. Fairtrade wurde vielleicht auch erfunden um einen höheren Preis für einige wenige Großproduzenten zu lukrieren. (die Mini-Mini Bauern, die gerne für irgendwelche Imagekampagnen vor die Kameralinse gezerrt werden, und tatsächlich davon profitieren könnten, sind für solche Großabnehmer schlicht irrelevant)

Ergo: Wer groß ist, und schon viel hat, bekommt einfach noch mehr, weil er bei Fairtrade ist. Bei allen Beteiligten bleibt ein Batzen mehr Geld im Börsel zurück. Nur der Konsument schaut durch die Finger. Daher: Fairtrade, nein danke.

Und heute: Heute, hat Ströck die Kaffeepreise abermals angehoben. € 3,10 kostet die Plörre jetzt. Und wie begründen wirs diesmal? BIO! JAAAAA. Jetzt isses Bio-Fairtrade-Kaffee….

Ihr mich auch, Ströck, IHR MICH AUCH!